„Ich bin keine Obdachlose, aber ich werde es bald sein“: Maria – ein Leben voller Arbeit, doch ohne Perspektive auf eine eigene Wohnung

Maria – ein Leben voller Arbeit, doch ohne Perspektive auf eine eigene Wohnung Maria (58) hat fast ihr ganzes Leben gearbeitet: 40 Jahre in der Pflege, im Einzelhandel und zuletzt als Reinigu...

„Ich bin keine Obdachlose, aber ich werde es bald sein“: Maria – ein Leben voller Arbeit, doch ohne Perspektive auf eine eigene Wohnung
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Maria – ein Leben voller Arbeit, doch ohne Perspektive auf eine eigene Wohnung

Maria (58) hat fast ihr ganzes Leben gearbeitet: 40 Jahre in der Pflege, im Einzelhandel und zuletzt als Reinigungskraft. Sie hat immer Steuern gezahlt, hat nie Sozialhilfe bezogen und war stolz darauf, unabhängig zu sein. Doch seit zwei Jahren sucht sie vergeblich eine bezahlbare Wohnung. Die Mieten explodieren, die Konkurrenz ist riesig – und Maria steht kurz davor, alles zu verlieren.

„Ich bin keine Obdachlose – noch nicht“

„Ich bin keine Obdachlose, aber ich werde es bald sein. Ich habe immer gearbeitet, immer pünktlich bezahlt. Und jetzt? Die Briefe vom Vermieter kommen, die Kündigung ist da. Wo soll ich hin?“

Marias Geschichte ist kein Einzelfall. Laut dem Sozialen Wohn-Monitor 2026 fehlen in Deutschland rund 1,4 Millionen bezahlbare Wohnungen – vor allem in Städten. Der Mangel trifft besonders hart: Ältere Menschen, Alleinstehende und Menschen mit niedrigem Einkommen. Selbst Vollzeitjobs reichen oft nicht mehr aus, um eine Wohnung zu halten.

Der Alltag wird zur Zerreißprobe

Seit der Kündigung ihrer alten Wohnung lebt Maria bei einer Freundin auf dem Sofa. „Ich schlafe schlecht, esse wenig, habe ständig Angst“, erzählt sie. „Ich will niemandem zur Last fallen, aber ich habe keine Wahl.“ Tagsüber arbeitet sie weiter – putzt Büros, hilft in einem Seniorenheim aus. Abends sucht sie online nach Wohnungen, schreibt Bewerbungen, ruft Makler an. Die Antwort ist fast immer dieselbe: „Zu viele Bewerber“, „Einkommen zu niedrig“, „keine Haustiere“ – oder einfach Schweigen.

Ein System, das versagt

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Immer mehr Erwerbstätige landen in der Wohnungslosigkeit. Berichte zeigen, dass der Anteil der arbeitenden Wohnungslosen steigt – von 8,4 % vor zehn Jahren auf über 13 % heute. In manchen Regionen sind es sogar 20 % bei Menschen ohne deutschen Pass. Der Wohnungsmangel wird zur Bremse für den ganzen Alltag: Wer keine Adresse hat, verliert den Job, die Krankenversicherung, die Würde.

Was Maria sich wünscht

„Ich brauche keine Luxuswohnung. Nur etwas Kleines, Bezahlbares, wo ich meine Ruhe habe. Ich habe mein Leben lang gearbeitet – ist das zu viel verlangt?“ Maria kämpft weiter. Sie hat sich an Beratungsstellen gewandt, hofft auf eine Notfallwohnung. Doch die Wartelisten sind lang, die Mittel knapp.

Marias Geschichte ist ein Weckruf: In einem reichen Land wie Deutschland sollte niemand trotz harter Arbeit auf der Straße landen. Die Politik muss handeln – mehr Sozialwohnungen bauen, Mietpreise bremsen, Prävention stärken. Bevor aus „bald“ ein „jetzt“ wird.

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